Die Vorstellungen vom Mittelalter in der franzosischen Literatur des 18. Jahrhunderts lassen sich als divers und kontrovers charakterisieren. Erinnerungen an die Geschichte und Literatur der Epoche sind weder ausschliesslich von den 'philosophes' vereinnahmt noch einseitig mit Negativkonnotationen versehen. Auf Basis der Verknupfung von Gedachtnistheorien und Mittelalterrezeption differenziert die Studie die Erinnerungskulturlandschaft des vorrevolutionaren Frankreichs nach Tragern, Gattungen und Inhalten. Es entsteht ein vielschichtiges Panorama, an dem die Academie des Inscriptions et Belles-Lettres ebenso teilhat wie die Bibliotheque Universelle des Romans und in das die Vorstellungen des 'roman gothique' ebenso einwirken wie die der Ritter- und Pastoralliteratur. So werden populare und gelehrte, politisch-ideologisierte und eskapistische Diskurse einander gegenubergestellt, um das etablierte Bild von der eintonigen Leitkultur der 'Lumieres' anhand vielfaltiger Subkulturen zu korrigieren.
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Condition: Neu. Literarische Mittelalterbilder im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die Studie differenziert die vielfältigen und kontroversen Vorstellungen vom Mittelalter in der Literatur des vorrevolutionären Frankreichs nach Trägern, Gattungen und Inhalten. Es entsteht das vielschichtige Panorama einer äußerst diversen Erinnerungskulturlandschaft. - Anna Isabell Wörsdörfer verfolgt in ihrer Arbeit die These, dass im 18. Jahrhundert und vor allem in dessen zweiter Hälfte hinsichtlich der literarischen Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem Mittelalter in Frankreich koexistierende und (häufig) miteinander konkurrierende Erinnerungskulturen auszumachen sind. Das 18. Jahrhundert ist eben nicht nur das 'Siècle des Lumières', sondern auch dasjenige anderer Schriftsteller, deren Werke sich - zum Teil erfolgreicher als diejenigen der 'philosophes' - zu ihrer Zeit außerordentlicher Beliebtheit beim Lesepublikum erfreuten. Die Vorstellungen vom Mittelalter in der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts lassen sich als divers und kontrovers charakterisieren. Erinnerungen an die Geschichte und Literatur der Epoche sind weder ausschließlich von den 'philosophes' vereinnahmt noch einseitig mit Negativkonnotationen versehen. Auf Basis der Verknüpfung von Gedächtnistheorien und Mittelalterrezeption differenziert die Studie die Erinnerungskulturlandschaft des vorrevolutionären Frankreichs nach Trägern, Gattungen und Inhalten. Es entsteht ein vielschichtiges Panorama, an dem die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres ebenso teilhat wie die Bibliothèque Universelle des Romans und in das die Vorstellungen des 'roman gothique' ebenso einwirken wie die der Ritter- und Pastoralliteratur. So werden populäre und gelehrte, politisch-ideologisierte und eskapistische Diskurse einander gegenübergestellt, um das etablierte Bild von der eintönigen Leitkultur der 'Lumières' anhand vielfältiger Subkulturen zu korrigieren. Das zugrundegelegte Textkorpus dieser Arbeit gestaltet sich heterogen: So findet sich etwa ein hochkarätiger, progressiver Schriftsteller aus dem Lager der 'Lumières' wie Voltaire neben einer Reihe konservativer - meist adeliger - Autoren wie dem Comte de Tressan, François-Thomas-Marie Baculard d'Arnaud oder Mme de Genlis wieder. Diese wiederum stehen jener Gruppe aus bürgerlichen Berufsschriftstellern wie zum Beispiel Louis D'Ussieux, Jean Castilhon oder auch Mme Riccoboni gegenüber, die aus Erwerbsgründen schreiben und zum Teil eher schlecht als recht, "von der Feder" leben. Ähnlich bunt stellt sich die Auswahl hinsichtlich der Gattungen dar: Mehr oder minder textgetreue Adaptionen mittelalterlicher Literatur wie etwa jene von Lacurne de Sainte-Palaye sind ebenso integriert wie eine Vielzahl 'originärer', d.h. im Untersuchungszeitraum verfasster Texte aller drei Hauptgenres: Ebendiese reichen von narrativen Werken ganz unterschiedlicher Länge, u.a. eine Ritternovelle wie auch ein Pastoralroman von Jean-Pierre Claris de Florian, über Theaterstücke, beispielsweise ein 'drame' von Louis-Sébastien Mercier und eine 'tragédie nationale' von De Belloy, bis zu lyrischen Texten, etwa von Lezay-Marnésia. Die Zusammenstellung soll dem breiten Spektrum der literarischen Mittelalterrezeption im 18. Jahrhundert gerecht werden und ein umfassendes Panorama bieten. 342 Seiten mit drei Abb., gebunden (Studia Romanica; Band 205/Universitätsverlag Winter 2016). Früher EUR 58,00. Gewicht: 719 g - Gebunden/Gebundene Ausgabe. Seller Inventory # 14872
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Auflage: 1. 342 Seiten Neuwertiges Exemplar. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 419 25,1 x 17,7 x 2,7 cm, Gebundene Ausgabe. Seller Inventory # 60049