Der Zauberer Erzählungen um den großen Chemiker Justus von Liebig von Charlotte Thomas mit Illustrationen von Hand Wiegandt

Thomas, Charlotte

Published by Knabe Verlag, Weimar, 1964
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138 seiten. Knabes Jugendbücherei. Halbleineneinband. gebrauchs und Lagerspuren,Seiten zeitbedingt gebräunt,Einband an den kanten bestoßen, «justus — Justus!" schallt es durch das hohe, schmale Haus in der Großen Ochsengasse in Darmstadt. "Wo der Bengel nur wieder steckt", schimpft laut der Drogen- und Materialwarenhändler Johann Georg Liebig, "wenn er mal zu einem Botengang gebraucht wird, ist er nicht da." Er steht noch im dämm-rigen Hausflur, als ihm ein widerlicher Geruch in die Nase dringt. Es stinkt wie nach faulen Eiern. Der Junge wird doch nicht . . . In diesem Augenblick gibt es einen Knall, und aus dem Obergeschoß quellen gelbe Rauchschwaden das Treppenhaus herunter. Vater Liebig ist mit wenigen Sätzen oben in der Dachkammer, wo der zehnjährige Justus vor dem kleinen eisernen Ofen steht und sich bemüht, einen qualmenden Tiegel vom Feuer zu nehmen. Er reißt schnell das schräge Fenster auf und will gerade seinem Söhnchen ins Jackenstück greifen, um ihm eine Tracht Prügel zu verabreichen, als der sich umdreht und ganz verdutzt den Vater anblickt. Der Vater läßt, seine Hand sinken und verbeißt ein Lachen, denn Justus sieht aus wie ein Schornsteinfeger, der gerade eine rußige Esse gekehrt hat. "Herr Vater .", stottert er, "ich wollte . . doch nur ein Rezept ausprobieren ."Was für ein Rezept?" fragt Liebig jetzt kurz. "Das ich in dem alten Alchimistenbuch von Euch gelesen habe." "Und was wolltest du zusammenbrauen?" "Ich wollte Gold machen", kommt es heraus, so fröhlich und zuversichtlich, als ob es schon gelungen sei. Vater Liebig sieht in die leuchtenden Augen des Jungen und wendet sich ab, um seine Rührung zu verbergen. Er muß daran denken, wie er selber Nächte durchwachte, studierte und probierte. Und er sagt bedächtig etwas, was der Junge gar nicht recht verstehen kann. "Du wirst es nicht finden, ebensowenig wie ich es gefunden habe. Aber danach suchen mußt du trotzdem immer wieder." Doch dann ändert er seine Tonart und sagt streng: "Wasche dich schnell und gehe in den Laden zur Mutter. Du sollst etwas fortbringen." "Ja, Herr Vater", ruft Justus, froh, so gut davongekommen zu sein. Frau Karoline befindet sich im Laden, der unmittelbar neben der geräumigen Wohnstube liegt. Sie ist zierlich und schmal, hat ein scharfgeschnittenes Gesicht mit einer Hakennase. Ihre kleinen Füße stehen niemals still. Über dem bauschigen Rock und der engen Taille trägt sie eine derbe, dunkle Schürze. Das blütenweiße Häubchen auf dem blonden Haar wippt bei jeder ihrer schnellen Bewegungen.Mutter Liebig ist gerade dabei, einer Kundin, der dicken Wirtin vom "Roten Ochsen" nebenan, Zucker abzuwiegen. Geschickt hantieren ihre flinken Hände mit den Gewichten. "Na, Linchen", redet die Käuferin auf die Kaufmannsfrau ein, "nun hat also der Krieg gegen Napoleon doch angefangen. Im Lüneburgschen soll es schon zu einer Schlacht gekommen sein. Ich habe gedacht, da muß ich mir Zucker auf Vorrat holen, sonst wird er wieder so knapp wie in den Jahren nach 1806, als der Franzosenkaiser den englischen Schiffen verboten hatte, deutsche Häfen anzulaufen."Karolines blaue Augen huschen zur Käuferin hin, als sie schlagfertig antwortet: "Nun, Klärchen, du bist damals auch nicht zu kurz gekommen." "Das nicht", antwortet die Ochsenwirtin, "aber vergiß nicht, wie teuer alle Kolonialwaren waren." Frau Liebig lächelt. "Na, du tust geradeso, als ob ihr zu jener Zeit euren Kaffee, Rum und was weiß ich verschenkt hättet." Die Wirtin seufzt. "Ja, ja, aber leicht war das alles nicht. Hoffentlich kommt so eine schwere Zeit nicht wieder." Auch Mutter Liebig weiß noch genau, wie schwierig es damals 0 zur Zeit der Kontinentalsperre gewesen ist, das Ladengeschäft aufrechtzuerhalten und die Wünsche der oft unverständigen Kundschaft so gut wie möglich zu befriedigen. Aber mit Umsicht und Fleiß hat man das eben doch durchgestanden, hat das neue Haus, das man erst 1804 bezogen hatte, vor dem Verfall bewahrt und Mann und Kindern ein bescheidenes, aber ehrlich . 400 Gramm. Bookseller Inventory # 592128209

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Bibliographic Details

Title: Der Zauberer Erzählungen um den großen ...

Publisher: Knabe Verlag, Weimar

Publication Date: 1964

Binding: Halbleinen

Book Type: Buch

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